Seestadt
unterwegs

Die Mobilitäts-Strategie der Seestadt

scroll-arrow-down

Wien, 01.11.2020

Unterwegs-Sein ist ein Grundbedürfnis! Wir alle sind unterwegs! Unterwegs in die Schule. Unterwegs zur Arbeit. Unterwegs in die Natur. Unterwegs zum Treffen mit Freund*innen und Familie.

Wie wir unterwegs sind, ist aber unterschiedlich. Uns stehen dazu private oder öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, die wir uns teilen oder ganz alleine benutzen. Wir gehen zu Fuß, nehmen das Boot, skaten, rollern, fahren auf Rädern und die Geschickten unter uns gehen manchmal sogar auf Stelzen. Egal mit was wir unterwegs sind, sobald wir im öffentlichen Raum unterwegs sind, entsteht Verkehr.

Verkehr ist Ausdruck unserer Mobilität und Ausdruck der Freiheit, unterwegs sein zu können. Aber der Verkehr selbst mindert manchmal unsere Lebensqualität. Wir alle kennen Stau, schlechte Luft und Lärm. Wir alle wissen, dass manche Verkehrsmittel mehr Platz haben als andere. Wir alle haben persönliche, individuelle Strategien, wie wir am besten unterwegs sein können.

Blickt man in die Mobilitäts-Strategie der aspern Seestadt gibt es dort einiges zu entdecken in Sachen Unterwegs-Sein! Seit 16 Jahren wird dort über nachhaltige Mobilität gesprochen und diskutiert. Und seit Baubeginn wird nachhaltige und innovative Mobilität gemacht.

Auf den folgenden Seiten nehmen wir Sie mit auf eine Reise, auf der wir Ihnen anhand von Daten und Geschichten neue Perspektiven auf das Thema Mobilität geben. Und das am Beispiel des Wiener Stadtteils aspern Seestadt. Ein innovativer Stadtteil Wiens, der durch klug kombinierte Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen die Notwendigkeit Unterwegs-zu-Sein reduziert und gleichzeitig Angebote schafft, notwendige Mobilität nachhaltig und lustvoll zu gestalten.


Vom Flugfeld zur Seestadt

Vor 16 Jahren begann die Geschichte von aspern Seestadt. Heute ist es eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas. Im Jahr 2004 wurden die ersten Weichen für die Entwicklung eines multifunktionalen Stadtteils für mehr als 20.000 Bewohner*innen, 20.000 Arbeitsplätze und der Errichtung der Infrastruktur gestellt.

2008 lassen die ersten Pläne auf zukünftige Baufelder schließen. Heute, 12 Jahre später, ist es kein reines Wohnquartier mehr. Heute ist es ein belebtes, durchmischtes, qualitativ hochwertiges Quartier, bewohnt von kreativen und den unterschiedlichsten Seestädter*innen, die spannende Geschichten zu erzählen haben.

Scrollen Sie sich von 2004 bis heute!


2004

scroll-arrow-down

sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img sat-img

Credits:

2004

2008

2010

2011

2012

2014

2015

2016

2017

2018

2019


Seestädtische Mobiliät

Das Mobilitätskonzept der Seestadt setzt seit Beginn der Planungen Anfang der 2000er-Jahre auf einen stadtverträglichen Mobilitätsmix, der Ressourcen schont und zur hohen Lebensqualität beiträgt. Sechs zentrale Bausteine sollen Bewohner*innen und Arbeitenden eine nachhaltige Fortbewegung in und rund um die Seestadt ermöglichen: ein hochrangiger ÖV von Beginn an, eine Stadt der kurzen Wege, die Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs (MIV), alternative Mobilitätsangebote, die Involvierung der Bewohner*innen sowie Pilot- & Forschungsprojekte.
Mobilitätsbausteine
Ziel ist es, bis zur Fertigstellung von aspern Seestadt eine nachhaltige vielfältige Mobilität zu ermöglichen, was sich in der Verteilung der in Zukunft zurückgelegten Wege, auch genannt Modal Split, folgendermaßen zeigen soll:

40 Prozent
des Verkehrs in der Seestadt sollen auf Öffentliche Verkehrsmittel entfallen,
40 Prozent
der Strecken sollen mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden und
nur 20 Prozent
mit Auto, Moped oder Motorrad.

Scrollen sie sich durch den Vergleich des Verkehrsmittel-Mix: Wie ist ganz Wien, die Donaustadt als die Seestadt umgebender Bezirk oder die Seestadt selbst so mobil? Und sind die ambitionierten Ziele der Seestadt schon erreicht?

Diese Verteilung der Wege auf Verkehrsmittel nennt sich übrigens Modal Split. Und So sieht dieser Modal Split beispielsweise von Wien im Jahr 2019 aus ...

... und so jener der Donaustadt.
Zu erkennen ist der deutlich höhere Anteil an MIV-Fahrten.

Die Seestadt als Teil der Donaustadt setzte sich in diesem Kontext sehr ambitionierte Ziele.

Obwohl die Ziele der Seestadt noch nicht ganz erreicht sind, lässt sich ein deutlicher Unterschied zum gesamten Bezirk erkennen.


Der Modal-Split der Seestadt

In den gebauten Vierteln der Seestadt wird seit 2019 die Mobilitätserhebung aspern durchgeführt. Bewohner*innen zeichnen mit Smartphones ihre zurückgelegten Wege auf und gewähren Einblick in den Alltag. Die Wege der zufällig ausgewählten Teilnehmer*innen werden dazu von einer App aufgezeichnet: dem „Wegesammler“. Zusätzlich füllen die Teilnehmer*innen Fragebögen über sich selbst und ihren Haushalt aus.

So wurden die Mobilitätsdaten von 142 Personen erhoben und 114 Personenfragebögen plus 67 Haushaltsfragebögen ausgefüllt. Die Befragten konnten 7 Tage ihre Wege aufzeichnen - im Schnitt haben sie 4 Tage lang ihre Wege aufgezeichnet.



Mehr zur Methodik und Repräsentativität: In die Darstellungen der Storymaps fließen 1619 Wege und 4457 Etappen ein. Da für die Mobilitätserhebung auch weiterhin Daten erhoben werden und die Nachbearbeitung von Ausreißern noch nicht endgültig abgeschlossen ist, können zukünftige Ergebnisse von den dargestellten abweichen. Zudem zeigt sich, dass die Personen die an der Studie teilnehmen sich in einigen Punkten recht deutlich von den durchschnittlichen Seestädter*innen unterscheiden.


So finden sich bei den Personen, welche die Fragebögen ausfüllen knapp 60% Personen mit akademischem Abschluss, während in den Daten der Stadt Wien diese Gruppe nur 20% umfasst. Während auch überdurchschnittlich viele Schüler*innen, Student*innen und Pensionist*innen ihre Wege für uns erheben, finden sich nur wenig arbeitssuchende Personen und Personen welche in die Kategorie „Anderes“ fallen.



Bei der Altersverteilung fällt auf, dass vergleichsweise wenig Personen unter 30 Jahren an der Studie teilnehmen, während die Altersgruppe der 30-49 Jährigen etwas überrepräsentiert ist.




Das daraus gewonnene Wissen über das Mobilitätsverhalten der Seestädter*innen ermöglicht eine bessere Planung von Mobilitätsangeboten, sowie einen Dialog über das bestehende Verkehrssystem. Die gesammelten Daten bilden eine Grundlage für die Entwicklung neuer innovativer Mobilitätslösungen, sowie für die Mobilitätsforschung, wie sie im aspern.mobil LAB bereits stattfindet.


Was ist das aspern.mobil LAB?

In der Seestadt entsteht mit dem aspern.mobil LAB eine Infrastruktur und Plattform in der Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen gemeinsam mit BewohnerInnen einen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen urbanen Mobilität leisten. Das aspern.mobil LAB wird durch ein interdisziplinäres Team der Technischen Universität Wien aus der Raum- und Verkehrsplanung, Informatik, Soziologie, Architektur sowie der Design- und Wirkungsforschung operativ getragen. Zentrale Partner sind die Entwicklungsgesellschaft Wien 3420 aspern development AG, das Stadtteilmanagement aspern Seestadt, Upstream, ein Unternehmen der Wiener Stadtwerke, sowie Martina Jauschneg.

Gruppenfoto AML

Ergebnisse aus der Mobilitätserhebung

Das Video zeigt: Die Seestadter*innen sind über den Verlauf eines Tages in der gesamten Stadt und darüber hinaus unterwegs. Vor allem auch die Verflechtungen innerhalb des Bezirks sind auch gut abzulesen, dazu gehören z.B. Wege zu Zielen wie dem Gewerbepark Stadlau oder dem Donauzentrum als Arbeits- und Einkaufsorte. Dieses Netz das sich über die Stadt und vor allem auch den Bezirk spannt ist auch gut im Titelvideo dieser Storymap zu sehen.

Doch wie und womit sind die Seestädter*innen hier genau unterwegs? Welche Mobilitätsangebote nutzen sie dabei?

Kommen Sie mit uns auf eine interaktive Reise und entdecken Sie im ersten Teil die Bedeutung der öffentlichen Verkehrsanbindung für die Seestadt und was U-Bahnen mit Kugeln gemeinsam haben!

Mitwirkende
Autoren: Felix Becker, Christoph Kirchberger, Florian Pühringer, Isabel Stumfol
Website: Felix Becker
Datenaufbereitung: Florian Pühringer, Julia Dorner
Visualisierungen: Felix Becker, Lukas Philippovich

Quellen
Modal Split Wien Gesamt: Stadt Wien 2019
Modal Split Donaustadt: Zu Fuß gehen in Wien - Stadt Wien 2015
Headervideo: Gebäudepolygone, Gewässer: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Demographie Seestadt 2019: Wiener Bevölkerungsregister, Stichtag 1.11.2019
Mobilitätserhebungsdaten: Mobilitätspanel aspern Seestadt 2019

Abbildungen und Fotos
aspern.mobil LAB Team: © aspern.mobil LAB / Maximilian Kipke
U-Bahn und Bahnsteig: © aspern.mobil LAB / Lukas Philippovich


Bei Fragen oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns per E-Mail: storymaps@mobillab.wien

Twitter Instagram Facebook